Was zwischen November und März offen ist – und was geschlossen bleibt

Der wichtigste Unterschied zum Sommer betrifft die Küstenorte. In den reinen Badeorten – etwa entlang der Platja de Palma, in Cala Millor oder an der Bucht von Alcúdia – schließt ein Großteil der Hotels und Restaurants nach Ende Oktober, und viele Straßen wirken bis ins Frühjahr wie ausgestorben. Wer dort eine Unterkunft sucht, muss gezielt nach den wenigen ganzjährig geöffneten Häusern fragen.

Anders sieht es in Palma aus: Die Kathedrale La Seu, die Altstadtgassen hinter dem Hafen, die Markthallen und das normale Ladenleben laufen das ganze Jahr. Auch die Landstädte im Inselinneren – etwa Sineu, Santanyí oder Inca – funktionieren im Winter normal weiter, inklusive ihrer Wochenmärkte. In der Tramuntana sind Sóller und Valldemossa ganzjährig belebt, während kleinere Dörfer wie Deià deutlich ruhiger werden und dort manche Lokale pausieren.

Der historische Holzzug von Palma nach Sóller fährt auch im Winter, ebenso die Straßenbahn weiter zum Hafen von Port de Sóller. Die genauen Fahrzeiten ändern sich saisonal; den aktuellen Fahrplan findest du auf der Website der Betreibergesellschaft Ferrocarril de Sóller. Sehenswürdigkeiten wie die Kartause von Valldemossa oder die Drachenhöhlen in Porto Cristo haben im Winter geöffnet, oft mit reduziertem Programm – prüfe die aktuellen Zeiten vor der Anfahrt auf den jeweiligen Seiten.

Wetter: was du realistisch erwarten kannst

Rechne mit Tagestemperaturen meist zwischen etwa 12 und 17 Grad, in der Sonne und im Windschatten auch mehr. Nachts wird es frisch, im Inselinneren gelegentlich bis nahe dem Gefrierpunkt. Regen fällt im Winter häufiger als im Sommer, meist in Schüben über ein bis zwei Tage, dazwischen liegen oft lange klare Phasen. In der Serra de Tramuntana ist es spürbar kühler als an der Küste, auf den Gipfeln rund um den Puig Major kann im Januar oder Februar sogar Schnee liegen – dann sind manche Bergstraßen zeitweise gesperrt.

Baden ist für die meisten kein Thema: Das Wasser ist kalt, und an den offenen Stränden kann es stürmisch sein. Die Buchten im Naturpark Mondragó oder rund um Cala Figuera sind im Winter eher Ziele für Spaziergänge als für einen Badetag. Packe Schichten statt Sommerkleidung: eine Regenjacke, einen Pullover für die Abende und festes Schuhwerk, wenn du in die Berge willst.

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Mandelblüte: wo du Ende Januar und Februar hinfährst

Die Mandelblüte beginnt je nach Wetterlage Ende Januar und zieht sich durch den Februar. Die größten zusammenhängenden Flächen liegen nicht in den Bergen, sondern in der flachen Inselmitte, dem Pla de Mallorca. Besonders dicht stehen die Bäume in der Gegend um Marratxí, Santa Maria del Camí, Bunyola und Selva sowie weiter südlich Richtung Llucmajor.

Am besten erlebst du die Blüte mit dem Auto oder dem Rad auf den kleinen Nebenstraßen zwischen den Orten: Von Santa Maria über Bunyola Richtung Orient fährst du direkt durch Mandelhaine mit dem Gebirgskamm der Tramuntana im Hintergrund. Ein schöner Kontrast ist die Strecke von Selva hinauf Richtung Kloster Lluc, wo weiß und rosa blühende Bäume vor den grauen Kalkfelsen stehen. Der genaue Blühzeitpunkt verschiebt sich von Jahr zu Jahr um ein bis zwei Wochen; aktuelle Bilder und Meldungen findest du kurzfristig über lokale Medien oder die Tourismusseiten der Gemeinden. Plane die Mandelblüte nicht auf einen einzigen Tag fest ein, sondern als Zeitfenster innerhalb deiner Reise.

Wandern auf dem GR 221: Etappen als Tagestouren

Der Fernwanderweg GR 221, die Ruta de Pedra en Sec, durchquert die Tramuntana von Port d'Andratx bis Pollença und folgt großenteils alten Wegen zwischen den Trockenmauerterrassen. Du musst ihn nicht komplett gehen – mehrere Etappen funktionieren gut als Tagestour mit öffentlicher Anbindung oder zwei Autos.

Die Etappe von Deià hinunter nach Sóller durch das Tal mit seinen Olivenhainen ist eine der beliebtesten und dauert nur wenige Stunden; von Sóller kommst du mit Bus oder Zug zurück. Länger und einsamer ist das Stück von Esporles über Banyalbufar nach Estellencs entlang der Westküste, mit Blick aufs Meer. Wer Höhenmeter sucht, steigt vom Kloster Lluc zum Refugi Tossals Verds auf, einem der bekanntesten Berghäuser der Insel. Die Refugis entlang des Weges werden vom Consell de Mallorca verwaltet; ob sie an deinem Wunschtermin offen sind und ob du einen Schlafplatz brauchst, klärst du über das Buchungsportal des Consell.

Winter ist die beste Wanderzeit auf Mallorca: Oktober bis April sind die Temperaturen angenehm, im Sommer wird es in den schattlosen Bergen schnell zu heiß. Nimm trotzdem Wasser mit – Quellen unterwegs sind nicht zuverlässig – und brich bei Nebel in den höheren Lagen lieber eine kürzere Tour an, weil die Wegmarkierungen dort schwerer zu finden sind.

Radfahren: Flachland im Inneren, Anstiege in der Tramuntana

Im Winter ist Mallorca ein etabliertes Trainingsziel für Radsportler, und du siehst ab Februar ganze Mannschaften auf den Straßen. Für dich heißt das: Die Infrastruktur stimmt, viele Radverleihe in Palma und entlang der Platja de Palma haben auch in den Wintermonaten geöffnet, und einige Hotels im Raum Playa de Palma sind ganzjährig auf Radfahrer eingestellt.

Die Routenwahl hängt vom Wetter ab. An stabilen Tagen lohnen die Anstiege in der Tramuntana: die Straße hinauf nach Lluc, die Kehren nach Sa Calobra oder der lange Zufahrtsweg Richtung Puig Major. An wechselhaften Tagen bist du im flachen Inselinneren besser unterwegs – etwa die Schleife über Sineu, Petra und den Marktort Sant Joan, mit wenig Verkehr auf den Nebenstraßen. Die Bergstraße von Sóller nach Pollença über den Coll de sa Batalla braucht selbst mit dem Auto gut eine Stunde; mit dem Rad ist das eine ausgewachsene Tagesetappe, keine Verbindungsstrecke.

Sant Antoni im Januar: Feuer, Dimonis und gesegnete Tiere

Mitte Januar, rund um den 17. Januar, feiert die Insel Sant Antoni, den heiligen Antonius. Am Vorabend, dem 16., brennen in vielen Orten große Feuer, die Foguerons, auf den Plätzen. Dazu laufen als Dimonis verkleidete Teufel durch die Straßen, es wird gegrillt, und die Gruppen am Feuer singen traditionelle Lieder, begleitet von Ximbombas, den mallorquinischen Reibetrommeln.

Am aufwendigsten ist das Fest in Sa Pobla im Norden der Insel, wo die Feiern den ganzen Ort über Tage prägen. Auch in Palma und in vielen Landstädten gibt es Feuer und Umzüge. Am 17. Januar selbst folgt der ruhigere Teil: die Beneïdes, bei denen Haustiere – von Hunden bis zu Pferden – vor den Kirchen gesegnet werden. Wenn du um den 16. Januar auf der Insel bist, plane einen Abend in Sa Pobla oder Palma fest ein; die genauen Programmpunkte und Orte der Feuer veröffentlichen die Rathäuser kurz vorher auf ihren Seiten.

Übernachten im Winter: Palma, Sóller, Fincas und Refugis

Die einfachste Winterbasis ist Palma: Hotels aller Kategorien bleiben ganzjährig offen, und abends findest du in der Altstadt ausreichend geöffnete Bars und Restaurants. Von hier erreichst du mit dem Holzzug Sóller und mit dem Mietwagen das Inselinnere.

Wer wandern will, wohnt besser in Sóller oder Valldemossa. Beide Orte leben auch im Winter, haben ganzjährig geöffnete Unterkünfte und liegen direkt an mehreren Etappen des GR 221. Eine dritte Option sind die Agroturismos und Fincahotels im Inselinneren, etwa in der Gegend um Sineu, Porreres oder Sant Llorenç: Viele davon bleiben über den Winter offen, oft mit Kamin und Ruhe statt Poolbetrieb – frage bei der Buchung ausdrücklich, ob das Haus ganzjährig öffnet, denn manche Landhotels pausieren im Januar. Für Mehrtagestouren in der Tramuntana kommen schließlich die Refugis des Consell de Mallorca infrage, etwa Tossals Verds oder Muleta bei Sóller; die Übernachtung dort ist einfach, aber muss im Voraus gebucht werden.