Wie der Bodensee-Radweg aufgebaut ist

Der Bodensee-Radweg führt auf rund 260 Kilometern einmal um den See und ist in allen drei Ländern durchgehend mit dem eigenen Wegweiser beschildert. Du folgst einfach den Schildern mit der Aufschrift „Bodensee-Radweg", Abzweigungen zu Sehenswürdigkeiten wie der Insel Mainau oder den Pfahlbauten in Unteruhldingen sind ausgeschildert. Der Weg läuft größtenteils auf eigenen Radwegen oder ruhigen Nebenstraßen, fast immer in Ufernähe.

Die meisten Radler fahren im Uhrzeigersinn, also von Konstanz aus zuerst entlang des Nordufers über Radolfzell, Überlingen, Meersburg und Friedrichshafen nach Lindau und Bregenz, dann am Südufer durch die Schweiz über Rorschach und Romanshorn zurück. Der Vorteil: Der See liegt dabei fast immer auf deiner rechten Seite, und du musst zum Fotografieren oder für Badepausen nicht die Straße überqueren. Das Profil ist überwiegend flach; nennenswerte Steigungen gibt es nur auf dem deutschen Abschnitt zwischen Überlingen und Meersburg, wo der Weg teils durch Weinberge oberhalb des Ufers führt.

Vier, fünf oder sechs Etappen: die Entscheidung

Bei vier Etappen fährst du im Schnitt etwa 65 Kilometer pro Tag. Das ist machbar, wenn du fit bist und wenig unterwegs anhalten willst – aber dann bleibt für die Burg in Meersburg, die Kirchen auf der Reichenau oder einen Abstecher auf die Mainau kaum Zeit. Fünf Etappen mit gut 50 Kilometern pro Tag sind der häufigste Kompromiss: Du hast jeden Nachmittag Luft für Ortsbesichtigungen und kannst bei schlechtem Wetter eine Etappe mit dem Schiff verkürzen. Sechs Etappen mit rund 40 bis 45 Kilometern lohnen sich, wenn du mit E-Bike-Einsteigern unterwegs bist, viel schwimmen willst oder die Festspiele in Bregenz am Abend einplanst.

Plane die Etappenorte nach den Übernachtungsmöglichkeiten, nicht nach der reinen Kilometerzahl. Größere Orte wie Konstanz, Überlingen, Friedrichshafen, Lindau und Bregenz haben ganzjährig viele Betten; auf dem Schweizer Abschnitt zwischen Rorschach und Kreuzlingen sind die Orte kleiner und die Auswahl dünner.

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Beispiel: die Umrundung in fünf Etappen

Tag eins führt von Konstanz über die Brücke zur Insel Reichenau, deren frühmittelalterliche Kirchen zum UNESCO-Welterbe gehören, weiter nach Radolfzell und entlang des Überlinger Sees nach Überlingen. Tag zwei geht über die Pfahlbauten in Unteruhldingen nach Meersburg mit Burg und Weinbauterrasse und weiter nach Friedrichshafen. Tag drei führt durch die Obstplantagen am Ostufer nach Lindau – die Hafeneinfahrt zwischen Löwe und Leuchtturm ist der klassische Fotostopp – und weiter nach Bregenz, wo der See bereits vor Bergkulisse liegt.

Tag vier überquerst du die Grenze zur Schweiz und fährst flach über Rorschach und Arbon nach Romanshorn. Tag fünf bringt dich über Kreuzlingen zurück nach Konstanz. Wer sechs Etappen fahren will, teilt den vierten Tag und übernachtet zusätzlich in Rorschach oder Arbon; wer nur vier Tage hat, fasst die Tage zwei und drei zusammen und übernachtet in Meersburg oder Lindau statt zweimal dazwischen.

Länderwechsel: Deutschland, Österreich, Schweiz

Du wechselst auf der Runde dreimal das Land: von Deutschland nach Österreich zwischen Lindau und Lochau, von Österreich in die Schweiz zwischen Bregenz und St. Margrethen beziehungsweise auf der Strecke über Rorschach, und von der Schweiz zurück nach Deutschland in Kreuzlingen, das nahtlos an Konstanz anschließt. Die Grenzübergänge am Radweg sind unauffällig, oft nur ein Schild am Wegesrand – trotzdem brauchst du einen gültigen Ausweis, denn die Schweiz ist nicht Teil der EU und es gibt Stichprobenkontrollen.

In der Schweiz zahlst du mit Franken; Karten werden fast überall akzeptiert, für kleine Kioske und Fahrradläden ist etwas Bargeld trotzdem praktisch. Bedenke auch das Mobilfunk: EU-Roaming gilt in der Schweiz nicht automatisch, prüfe vor der Abfahrt deinen Tarif, sonst wird die Navigation unterwegs teuer. In Kreuzlingen und Konstanz fährst du mitten durch die Stadt über die Grenze – hier merkst du den Wechsel vor allem an den Straßenschildern.

Fähren als Abkürzung: Meersburg–Konstanz und Friedrichshafen–Romanshorn

Zwei Fährverbindungen helfen dir, die Runde zu kürzen oder neu zu ordnen. Die Autofähre Meersburg–Konstanz verkehrt ganzjährig und nimmt Radfahrer mit; sie spart dir den Weg um den Überlinger See und den Untersee, wenn du zum Beispiel in Meersburg wohnst und die Mainau oder Konstanz als Tagesausflug ohne Gepäck fahren willst. Die Fähre Friedrichshafen–Romanshorn quert den See diagonal und verbindet das deutsche Nordufer direkt mit dem Schweizer Südufer – damit kannst du die Runde halbieren oder bei Regen auf der Schweizer Seite die flache Heimstrecke antreten.

Dazu kommen die Kursschiffe der Bodensee-Schiffsbetriebe, die viele Uferorte miteinander verbinden und Fahrräder gegen ein Zusatzticket mitnehmen, solange Platz an Bord ist. Fahrpläne, Saisonzeiten und die Frage, ob auf einer Verbindung Radanhänger oder E-Bikes erlaubt sind, ändern sich regelmäßig – schau die aktuellen Angaben auf den Seiten der Fährbetriebe und der Bodensee-Schiffsbetriebe nach, am besten schon bei der Etappenplanung, weil manche Verbindungen außerhalb der Saison ruhen.

Unterkünfte entlang der Strecke

Das Angebot reicht von Hotels in den Hafenstädten über Pensionen und Weingüter mit Gästezimmern am Nordufer bis zu Campingplätzen direkt am Wasser, etwa zwischen Meersburg und Friedrichshafen oder bei Romanshorn. Als Radler bist du mit Betrieben gut bedient, die sich auf Radtouristen eingestellt haben – erkennbar an der Bett+Bike-Auszeichnung, die unter anderem eine sichere Unterstellung des Rads und Frühstück ab früher Stunde vorsieht.

Reservieren solltest du in zwei Phasen unbedingt: während der Bregenzer Festspiele im Juli und August, wenn am Ostufer zwischen Lindau und Bregenz kaum etwas frei ist, und an den Wochenenden der Hauptsaison generell. In der Nebensaison im Mai oder September findest du auch kurzfristig etwas, hast dann aber weniger Auswahl auf dem Schweizer Abschnitt. Manche Gästekarten der Region enthalten den Nahverkehr – frag bei der Buchung danach, denn damit lassen sich Regentage mit Bus oder Zug überbrücken.

Gepäck: transportieren lassen oder selbst tragen

Du hast zwei realistische Optionen. Die bequeme: Ein Gepäcktransfer holt deine Taschen morgens an der Unterkunft ab und stellt sie am Nachmittag am nächsten Etappenort bereit. Solche Transfers werden von Reiseveranstaltern rund um den See angeboten und lassen sich oft auch über die Touristeninformationen oder direkt über die Unterkünfte organisieren; du buchst sie entweder als Teil eines Pakets mit vorgebuchten Hotels oder separat für deine eigene Route. Dann fährst du nur mit einer Lenkertasche für Kamera, Regenjacke und Verpflegung.

Die unabhängige Variante: zwei Satteltaschen am Gepäckträger, dazu eine kleine Tasche vorn. Weil der Weg flach ist und du jeden Tag in Orten mit Läden und Fahrradwerkstätten unterwegs bist, reicht eine kompakte Ausrüstung – Wechselkleidung, Regenschutz, Ersatzschlauch und Werkzeug für eine Reifenpanne. Bedenke bei dieser Variante die Fähren und Schiffe: Mit voll bepacktem Rad bist du an Bord langsamer, und bei den Kursschiffen gilt die Mitnahme des Gepäcks am Rad als Fahrradmitnahme. Wer mit dem Zug nach Konstanz anreist, kann dort und in Friedrichshafen oder Bregenz auch Räder mieten und das eigene Gepäck auf ein Minimum reduzieren.